Schule in Zeiten von Corona

SuS und LuL begegnen sich in Videokonferenzen. SuS helfen sich gegenseitig in Fach-Chats. SuS arbeiten kollaborativ in der G-Suite. Eltern bieten anderen Eltern Unterstützung an. Wir rufen Kids an, die wir digital nicht antreffen. Schule ist Gemeinschaft! Jetzt - erst - recht!

Die Schulschlíeßung als Reaktion auf die Corona-Epidemie traf alle ganz plötzlich. Glücklicherweise war meine Schule, die Helios-Gesamtschule in Köln-Ehrenfeld bereits im Vorfeld hervorragend auf das Szenario vorbereitet, den Schülerinnen und Schülern Lernen auch Zuhause zu ermöglichen und mit den Lernbegleiter*innen und Mitarbeiter*innen in Kontakt zu bleiben. Dank der 1-1 iPad-Ausstattung und der Nutzung der Google Suite.

Hier möchte ich schildern, wie wir uns organisieren und den Kindern weiterhin Lernerlebnisse ermöglichen. Ich bin sicher, dass sich dies auch auf andere technische Gegebenheiten und Programme/Apps/Weblösungen übertragen lässt.

Jeden Morgen schickt die Schulleitung eine Email mit
wichtigen allgemeinen Infos
und einer Videobotschaft
herum.

Die Infos beziehen sich auf Projekte, Erinnerungen an fachliche Abgabetermine für Aufgaben, Spiele, Neuigkeiten aus dem Ministerium, Wissenswertes, Hinweise auf Angebote von Lernplattformen etc..

Mitarbeiter*innen die diese Art von allgemeinen Informationen an die Schülerinnen und Schüler schicken wollen, teilen diese zunächst der Schulleitung mit, die diese filtert und aufbereitet und dosiert an die Schülerinnen und Schüler in Form der Morgenmail weitergibt, um eine unkoordinierte Emailflut zu verhindern.

Jeden Morgen gibt es in dieser Morgenmail auch einen Link zu einer Videobotschaft (in der Cloudablage gespeichert), die von einem /einer Mitarbeiter*in der Schule erstellt wurde. Mitarbeiter*innen, die eine Idee für eine Videobotschaft haben, tragen sich in eine gemeinsame digitale Tabelle ein, damit man eine Übersicht über geplante Videobotschaften hat, um thematische Dopplungen zu vermeiden und eine gute inhaltliche und personelle Mischung zu erhalten. Inhalte können z.B. sein:

  • ein mathematisches Problem im Haushalt
  • ein Rap
  • ein Sketch
  • ein Rätsel
  • ein Sprechaufforderung auf Englisch
  • fachliche Hinweise für Projekte
  • Initiierung eines Kunstbewerbes
  • eine musikalische Darbietung
  • ein Grußwort der Sozialpädagogin mit Hilfsangebot

Sowohl die Stammgruppen (so nennen wir unsere jahrgangsgemischten Klassen) als auch die Fachgruppen (z.B. Englisch Jahrgang 5) haben eigene Chaträume. Hier können die Kinder den Mitschülern und Mitschülerinnen oder Lernbegleitern fachspezifische Fragen stellen und miteinander themenbezogen kommunizieren.

Jede Stammgruppe beginnt um 8:30 Uhr mit einer ritualisierten Morgenrunde in einer gemeinsam Videokonferenz. 

  • Einer der beiden Stammgruppenleiter lädt im Stammgruppenchat (siehe oben) zur Videokonferenz ein.
  • Die Teilnahme ist ein Angebot, kein Zwang! Wir machen aber die Erfahrung, dass die Mehrheit der Kinder teilnimmt, weil sie die Gruppe und das Ritual schätzen.
  • Natürlich muss niemand seine Kamera einschalten, der das nicht will.
  • Alle Teilnehmer sind auf stumm geschaltet. Die Schülerinnen und Schüler melden sich im Chat mit “W” (= Wortmeldung) und der Moderator / die Moderatorin (das kann ein Erwachsener oder ein Kind sein) nimmt dran, und derjenige, der etwas sagen möchte, stellt dann das Mikrofon an.
  • Wir geben entweder einen Gesprächsimpuls (z.B. Hast du eine persönliche Challenge?) oder spielen ein Spiel (z.B. BlackStories).
  • Die Konferenz kann bis zu einer halben Stunde dauern.
  • Am Ende verlassen die Stammgruppenleiter*innen die Videokonferenz und lassen die Kinder, die möchten,  noch etwas weiter “ohne Erwachsene” quatschen.

Die Kinder können eine digital erstellte Checkliste nutzen. Hier können sie die verschieden To Do’s abhaken, wenn ihnen das hilft:

  • Morgenmail lesen
  • Videobotschaft gucken
  • am Videochat der Stammgruppe teilnehmen
  • Arbeitsziele in Englisch, Mathe, Deutsch, Projekt setzen
  • Vokabeln lernen
  • Logo! gucken
  • Sport machen

Wir nutzen die Corona-Schulschließung zunehmend dazu, um mit den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeiten von Google Classroom auszuloten. Die Fachschaft Deutsch hat Aufgaben zu einer Lektüre im Google Classroom angelegt, die Fachschaft Englisch plant ein ähnliches Projekt.
Die Vorteile von Google Classroom, sind, dass man Aufgaben sehr einfach Material wie Docs, Videos oder Bilder anhängen kann und den Kindern individuell diese Arbeitspläne über deren Google Mail Adresse zuordnen kann.
Die Schülerinnen und Schüler können außerdem innerhalb des Programms Arbeitsergebnisse hochladen und die Lehrkraft sieht auf einen Blick, wer bereits Abgaben getätigt hat und bei wem diese noch offen sind.

Wir an der Heliosschule vertrauen den Kindern, dass sie lernen wollen und können. Dies zeigt sich darin, dass wir viele Aufgaben bewusst als Angebote formulieren.

In den Kernfächern Englisch, Mathe und Deutsch sowie im Projektlernen (Naturwissenschaften / Gesellschaftswissenschaften) sind die Abgaben zwar verpflichtend dennoch sind wir flexibel mit den Abgabeterminen.

Wir nehmen allerdings wahr, dass die meisten Schülerinnen und Schüler gewissenhaft arbeiten und unsere Lernangebote wahrnehmen.

Schnelleren Schülerinnen und Schülern können wir nach Abgabe von Aufgaben individuell weitere Lernangebote (kleine Projekte, kreative Aufgaben, digitales Übungsmaterial…) je nach Bedarf machen. 

Kinder, die wir wenig im Digitalen (im Chat und/ oder per Mail) wahrnehmen oder von denen wir wissen, dass deren häusliche Situation belastend ist, begleiten wir enger.

Wir und/oder unsere sonderpädagogischen und sozialpädagogischen Mitarbeiter*innen telefonieren mit ihnen, wir laden sie zu individuellen Videokonferenzen ein und schauen, was diese Kinder jetzt brauchen.

Unter dem Titel “Der Pandemische Podcast” erstellt ein Schülerinnen-Vater, der selbst professioneller Sprecher ist, einen Podcast für die Schule mit mehreren Rubriken:

  • Witze
  • Musiktipps
  • Interviews
  • schöne Texte

Die Schülerinnen und Schüler können Material für die einzelnen Rubriken in die Cloud-Ablage hochladen, das dann in den nächsten Folgen verarbeitet wird.

Während der Schulschließung wird dienstags, donnerstags und samstags um 18 Uhr eine neue Folge per Link an die Schulgemeinde versendet.  So der Plan und vorrausgesetzt es ist genug Material zum Füllen der Folgen da. Wie es nach den Schulschließungen weitergeht? Wir schauen mal!

4 Kommentare zu „Schule in Zeiten von Corona“

  1. Pingback: Distance Learning – Tutorials – Medien & Informatik

  2. Pingback: Links am Morgen | Buddenbohm & Söhne

  3. Pingback: Horrorfilm zu Hause - Lehrerzimmer

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.